Tajik Rally 2016 – Highlights, bleibende Erinnerungen und unvergessliche Momente


Wir sind mittlerweile in Moskau, warum genau hier, dazu später mehr. Jedenfalls ist das Ende der Rallye ein paar Tage her, die Eindrücke gut verarbeitet und somit ist es an der Zeit ein erstes Fazit zu ziehen.

Zuallererst sind wir natürlich immer noch sehr glücklich, dass wir unsere Werkzeugkiste nicht ein einziges Mal unter dem gesamten anderen Gepäck herausgraben mussten, nicht einmal in Versuchung kamen. Wir mussten auch keinen Reifen wechseln und nicht einen einzigen Tropfen Öl nachfüllen. Klar wäre es wohl mehr Abenteuer gewesen, wenn uns alle 500 Kilometer irgendetwas verreckt wäre. Aber ganz ehrlich, in dieser Hinsicht bin ich nicht unglücklich über wenig Abenteuer. SO hat es sich wohl doch ausgezahlt etwas mehr Geld in die Anschaffung des Autos zu investieren. An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Günther fürs Durchchecken und auch, dass du beim Kauf dabei warst. Genau so gilt unser Dank natürlich dem Boro für das Sponsoring und die Montage des Unterbodenschutzes. Das gibt einem einfach ein besseres Gefühl, auch wenn man mal aufsetzt, was quasi unvermeidbar ist, bei diesen Straßen. Hinsichtlich unserer Debbie lief also alles perfekt und wir waren fast schon etwas wehmütig sie am Ende abgeben zu müssen. Tränen sind jedoch keine geflossen, aber ja,  okay, vielleicht hatten wir ein wenig feuchte Augen. 🙂

Insgesamt waren wir 25 Tage unterwegs, haben zwölf Länder bereist (inklusive Deutschland), 9485 Kilometer zurückgelegt und gefühlt 10.000 neue Eindrücke gesammelt, sowie viele sehr nette und herzliche Menschen kennengelernt. Alles in allem haben wir uns nie unwohl oder gar nicht willkommen gefühlt. Und ich bin mir auch sehr sicher, falls etwas mit dem Auto gewesen wäre, hätten uns die Menschen bereitwillig und gerne geholfen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich ein paar Highlights, die gesondert erwähnt werden sollten.

Rumänien: Mal abgesehen vom Zustand der Straßen, ist Rumänien ein wirklich tolles Land. Von Landwirtschaft geprägt gibt es viele Felder und es kommt schon mal vor, dass man eine Eselskarre überholen muss oder diese einem entgegen kommt. Mit den Karpaten gibt es ein wundervolles Gebirge, welches das Land sozusagen in Norden und Süden unterteilt und wodurch sowohl traumhafte als auch spektakuläre Passstraßen führen. Allen voran der bekannte Transfagarasan, die wohl schönste Passstraße Europas. Zudem gibt es in Rumänien zahlreiche Berge, Flüsse und Täler, die wohl das Herz eines jeden Sportbegeisterten oder Naturverbundenen höher schlagen lässt. In den paar Tagen, die wir hier verbracht haben, mussten wir außerdem feststellen, dass die Rumänen nicht nur sehr gastfreundschaftlich, sondern auch sehr trinkfreudig und wohl auch -fest sind. Ein wirklich herzliches Volk. 🙂

Georgien: Bezüglich der Landschaft das wohl vielfältigste Land, das wir bereist haben. Es gibt einfach alles, dicht bewaldete Berge, weite Steppen, Strand und Meer. Wirklich traumhaft! Wir hatten hier leider nur zwei Nächte, aber die Route über Georgien zu nehmen, war definitiv die richtige Entscheidung. Eine solche Vielfältigkeit in einer so kurzen Zeit bestaunen können zu dürfen ist wahrlich ein Geschenk. Jedoch Vorsicht mit dem Auto, gefühlt ist Georgien ein einzig riesiger Bauernhof. Was hier Tiere frei oder wild durch die Gegend laufen. Sehr verrückt! Nicht nur Hund, Katze, Maus, sondern auch Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen. Wer also seine Zukunft in der Landwirtschaft sieht, ist also hier vielleicht genau richtig. Tiere gibt es jedenfalls zur Genüge. 🙂

Iran: Der Iran toppt einfach alles! An dieser Stelle brauche ich eigentlich nichts weiter zu sagen. Wer hier noch nicht war, sollte das unbedingt nachholen. Wenn mich jemand gefragt hätte, wie ich mir den Iran landschaftlich vorstelle, hätte ich wohl ohne zu zögern gesagt: Wüste, trocken, felsig, Berge. Wohl genau in dieser Reihenfolge. Um ehrlich zu sein ist das auch nicht ganz verkehrt, der Iran ist sehr trocken und besteht zu großen Teilen auch aus wüstenähnlichen Gegenden. Aber er kann eben auch noch viel mehr! Ganz im Nordwesten ist es sehr grün mit dschungelähnlichen Wäldern und vielen Flüssen und Seen. Außerdem gibt es im Iran südlich des Kaspischen Meeres Berge, die eine Höhe von bis zu über 5000 Metern erreichen. Dort liegt jetzt noch Schnee, dort liegt wohl immer Schnee, aber trotzdem total verrückt wenn man bedenkt, dass es sonst sehr lange sehr heiß ist im Iran. Das eigentliche Highlight im Iran ist aber nicht die Landschaft, sondern viel mehr die Menschen. Ich war wirklich schon in einigen Ländern, auch in vielen Ländern mit sehr freundlichen Menschen, aber wie die Menschen im Iran sind ist einfach unvorstellbar und sucht seinesgleichen. Auf der Straße im Auto winken einem die Leute immer zu oder hupen als Begrüßung, an Raststätten und Tankstellen oder auch so bei Zwischenstopps ist es keine Seltenheit beschenkt zu werden. An einem Tag haben wir innerhalb von zwei Stunden, Brot, Äpfel, Gebäck und Walnüsse geschenkt bekommen. Wirklich unvorstellbar! Außerdem kommt es häufig vor, dass einen die Iraner auch zu sich nach Hause, auch gerne über Nacht, einladen. Ein wirklich liebenswertes und absolut übertrieben freundliches Volk diese Iraner. 🙂

Turkmenistan: Stellen wir mal die Ein- und Ausreise mit den verbundenen Kosten und den überaus „freundlichen“ Beamten weit hinten an, ist trotzdem festzuhalten, dass die sehr trockene, wüstenähnliche Region, die wir im zentralen Turkmenistan durchquert haben, absolut sehenswert und bezaubernd ist. Das ist einfach eine endlose sandige Weite! Bewohnt von zahlreichen Kamelen und Wüstenrennmäusen. Nicht zu vergessen der wirklich atemberaubende Sternenhimmel bei Nacht, sowie das Gate to Hell, welches wir leider nicht aus nächster Nähe betrachten konnten. Die Stadt Ashgabat mit ihren marmorverzierten Gebäuden ist weltweit wohl auch einzigartig, zumindest haben wir solchen Prunk weltweit noch nicht gesehen.

Usbekistan: Definitiv die schönsten, historischsten und wohl am besten erhaltenen Städte der ganzen Rallye! Die Rede ist hier von Khiva, Bukhara und Samarkand. Hier ist die ganze Stadt oder zumindest die Altstadt UNESCO Weltkulturerbe, und das völlig zu Recht. Indem man eine dieser Städte betritt, reist man ein paar Hundert Jahre in die Vergangenheit. Es ist einfach unglaublich, wie gut erhalten bzw. wie realistisch diese Gebäude und Mauern restauriert sind. Jedem Kulturbegeisterten kann man Usbekistan wärmstens empfehlen.

Tadschikistan: Obwohl uns hier das wohl größte Highlight aufgrund mangelnder Zeit verwehrt geblieben ist, nämlich der Pamir Highway, war trotzdem alles, was wir hier gesehen haben von unantastbarer Schönheit. Wer Berge liebt, wird dieses Land lieben! Hier gibt es einfach riesige Gebirge und massenhaft hohe Berge, wirklich hohe Berge. Und wo es Berge gibt, gibt es natürlich auch Täler und Flüsse. Als wir hier mit dem Auto gefahren sind, bin ich mir vorgekommen als würde ich mit dem Auto wandern bzw. bergsteigen. Kurve um Kurve klettert man förmlich hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter, ein sagenhaftes Panorama jagt das nächste und ist man wieder etwas nach unten gelangt, geht das gleiche Spiel wieder von vorne los. Einfach atemberaubend schön! Nicht zu vergessen die vielen Tunnel, einige davon scheinen einfach nie zu enden und sind in der Regel stockfinster. Da bringt einem das beste Licht nichts, ein wirkliches Abenteuer!

 

Zusammenfassend kann ich wohl in unseren beiden Namen sagen, dass es eine super Entscheidung war an dieser Rallye teilzunehmen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind es die Länder und Regionen, die während der Rallye durchquert werden. Ich würde einfach mal behaupten, dass die meisten Menschen aus den westlichen Ländern dieser Erde noch nicht im Iran, Turkmenistan oder Usbekistan waren. Durch den geringen Tourismus und die meist sehr ländlichen und teils wirklich ärmlichen Regionen, sind die Menschen in der Regel sehr überrascht und können es kaum fassen, dass ausländische Touristen ihr Land besuchen. Und daher möchten sie einem meist nur das Schönste und Beste ihrer Kultur und von ihrem Land zeigen. Nicht einfach nur aufgesetzt und oberflächlich, nein, das kommt wirklich aus tiefem Herzen und ist sehr ehrlich. Das merkt man! Andererseits ist der Grundgedanke der Rallye, das Abenteuer mit dem guten Zweck zu verbinden, einfach genial. Was gibt es Schöneres als tolle, neue Erfahrungen mit der Unterstützung von Kindern, Hilfsbedürftigen und Notleidenden zu verknüpfen? Für mich nicht viel! Natürlich war es nicht immer einfach und besonders komfortabel, um ehrlich zu sein war es oft sogar sehr anstrengend, stressig und teils wirklich ätzend (bspw. nachts an der Grenze das gesamte Auto ausladen …) und es hat absolut nichts mit Urlaub zu tun. Aber die einzigartigen Landschaften, die überaus liebenswerten Menschen und aus erster Hand zu erfahren, was mit den Spendengeldern passiert, entschädigt wirklich jegliche Strapaze während der Autofahrt und auch alle Unannehmlichkeiten an den Grenzen.

In diesem Sinne, worauf wartet ihr? Meldet euch zur Mutter aller Abenteuer an, der Tajik Rally!

Warum wir gerade ausgerechnet in Moskau sind? Die Tajik Rally war nicht unser letztes Abenteuer, sondern der Auftakt zu … (Details folgen auf www.project-deborah.de)

 

English Part:

We are already in Moscow, the rally is over since a few days, so it is time for a short result.

We are still very happy we didn’t need our tool box, because Debbie was and still is the queen of all rally cars. No problem at all for over 9485 kilometers and 25 days. Debbie, you will always be in our hearts and prayers. 🙂 We passed 12 countries, got 10.000 new impressions and adventures enough to fill a whole book. Time to mention a few highlights:

Romania: Romania is a very beautiful country, but the roads are often in bad condition. The country has a lot of agriculture and so it is common to pass a waggon with a donkey or a horse. The people are very friendly and can drink a lot. Sanatate! 🙂 There are a lot of mountains, rivers and valleys. The streets are going up and down through the mountains and so it doesn’t wonder that in Romania is one of most scenic mountain passes in Europe, called Transfagarasan.

Georgia: Looking at the landscape, Georgia was the most various country of all. There is really everything, from mountains, steppe, beach and sea. Really amazing! Driving through Georgia was a brilliant decision. Always be aware of the streets, sometimes Georgia feels like Old Mac Donalds farm, because so many animals are on the streets. Cats, dogs, mice, cattle, horses, sheeps and goats.

Iran: Iran is above the rest! Enough said! If you haven’t been to Iran yet, it’s time for it! The landscape is not only desert, there are also green areas, high mountains with snow, some forests, rivers and lakes. The mountains get up to over 5000 meters and are covered with snow. This is really amazing when you imagine the temperature here. It is really hot, even the inhabitants say this. But the true highlight are the people itself here. We have been to many countries before, but the Iranian people have by far the best hospitality we ever experienced. On the streets the people are happy just because you are a tourist and visit their country. They are really proud! On one day we got a lot of presents on the street: apples, bread, walnuts, sweets and invitations to their homes. Amazing people, thank you!

Turkmenistan: The costs for entry and departure were quite high and the procedure to get in this country was quite a burden. Despite of this, the country has a few nice places. Starting with the city Ashgabat, also the capital. The buildings here a nearly all coverd in white marble and the roads even in the city centre have at least three tracks. We have never seen a snobbish beautiful city like this. After the city, there is a real dry desert. You can pass the desert on a moderate road and even meet camels there. The sky full of stars at night is amazing. We slept in the tent there and enjoyed this view which was better than watching TV before bed. 🙂

Uzbekistan: The most beautiful cities we met in Uzbekistan. The cities Khiva, Bukhara and Samarkand let you feel the real oriental feeling here. These places are not only very very beautiful, they are also UNESCO world cultural heritage. The condition is really amazing and every cultural enthusiast will have the time of his life there. 🙂

Tajikistan: This country is full of untouchable beauty. People loving mountains, will enjoy this country like kids the Disney Land. There are huge, really huge mountains and not only one. Beside mountains there are also valleys and rivers. Driving with the car here is always going up and down on the mountains and enjoying the scenic views nearly everywhere. The tunnels are so dark, they even absorb the light oft the cars. driving through Tajikistan is a real positive adventure.

 

As a conclusion, we can say it was the absolutely correct decision to take part in the Tajik Rally. This has a lot of reasons. The countries which you pass are very spectacular. Most people from Europe have never been to countries like Iran, Turkmenistan or Uzbekistan. Because of this low tourism, you are a special person for the inhabitants. Most of them are very friendly and proud that you are in their country to visit it. Some of them have never seen people from Europe before and want to take pictures with you. They want to show you the beauty and greatness of their country. This is no fake behaviour for getting money or something like this, it comes from the bottom of their hearts. You can feel it! On the other hand, the keynote of the rally to combine adventure with charity is one of the best things you can do! It was not easy for sure, sometimes it was really horrible (for example to unload the car completly in the night at the border), sometimes stressful and no holiday at all. But nevertheless, the beautiful landscapes, the lovely people and to see what happens with your donations was one of the best things we have done in our lifes!

So, why wait? Just subscribe for the next Tajik Rally and beat „the mother of all adventures“!

 

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