Duschanbe (das Ziel) – Wir haben es gepackt! – We made it!


Duschanbe – Tadschikistan. Unglaublich aber wahr, wir sind angekommen. Wir fahren voller Freude in das Ziel ein, treffen seit 10 Tagen wieder andere Teilnehmer, teilen richtig gute Geschichten, überschreiben unser Auto an die Caritas, besichtigen Duschanbe, erleben eine tolle Abschlussparty, essen lokal zu Mittag und müssen uns schließlich von Debbie verabschieden.

Wie die Sportfreunde Stiller schon singen, könnten wir über Duschanbe sagen:

Wenn man so will
Bist du das Ziel einer langen Reise
Die Perfektion der besten Art und Weise
In stillen Momenten leise
Die Schaumkrone der Woge der Begeisterung
Bergauf, mein Antrieb und Schwung

Ich wollte dir nur mal eben sagen
Dass du das Größte für mich bist

Wir sind zwar in Duschanbe, aber noch nicht ganz im Ziel. So halten wir uns in der Stadt selbst noch gar nicht lange auf, sondern fahren direkt weiter. Unser genaues Ziel ist nämlich das Eden Resort Hotel im Shirkent National Park. Dazu müssen wir noch 40 km der Straße folgen und dann holpern wir nochmal durch ein paar kleinere Straßen, durchfahren ein kleines Örtchen und tauchen wieder in die Bergwelt ein. Eine letzte Pinkelpause und wir erblicken das Resort. Die Einfahrt ist ziemlich steil und es geht bergab, vor der Brücke erspähen wir das, was wir sehen wollten. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Tajik Rally – Finish Line!“ Wir haben vier Wochen, 12 Länder (inkl. Deutschland) und 9487 km auf diesen Moment gewartet! Ein tolles Gefühl, wir haben es geschafft!

Vor uns ist ein anderes Team und wir freuen uns, mal wieder Mitstreiter zu sehen. Seit mehr als 10 Tagen haben wir keine anderen Rally-Teilnehmer gesehen. Der freundliche Hendrik (wird auch unser Zimmergenosse) drückt uns erst mal zwei Bier in die Hand, denn die hätten wir uns verdient. Wie recht er damit nur hat! Im Ziel treffen wir auch Kerstin, vom Team Panzertape Ladies wieder. Ich freue mich sehr sie zu sehen. Leider hat es ihr Auto nicht ins Ziel geschafft, aber sie sind trotzdem hier, stark!

Wir beziehen unser Zimmer und packen die Badehose aus. Es geht an den Pool bzw. in den Indoor Pool. So richtig bewusst ist es uns noch nicht, dass wir jetzt wirklich angekommen sind und nicht nur  eine Nacht hier verbringen. Abends kommen noch weitere Teams an, so dass heute in etwa 8 Teams hier sind. Es gibt ein gemeinsames Abendessen und wir erfahren interessante Geschichten der anderen Teams. Erlebt hat definitiv jeder etwas! 🙂

Am nächsten Morgen fahren wir in einer Kolonne zum Notar in die Stadt nach Duschanbe. Dort wird offiziell das Auto der Caritas „geschenkt“ und diese dürfen dann damit machen was sie wollen, also verkaufen bzw. versteigern. Ich muss vier Unterschriften leisten und Debbie ist offiziell Eigentum der Caritas. Wir dürfen damit aber noch etwas fahren. Wir spazieren noch durch Duschanbe, schauen etwas die Stadt an, nehmen einen Happen zu uns, kaufen Postkarten und machen Fotos. Apropos Postkarten. Leider wurde uns mitgeteilt, dass die Post in Tadschikistan nicht funktioniert. Also man kann Postkarten mit Briefmarke aufgeben, diese kommen aber niemals an. Blöde Sache. Wir überlegen uns einen Plan B.

Gegen Abend findet die große Abschlussparty im Resort statt. Sogar ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft ist anwesend. Der Abend wird durch „uns“ eröffnet, also jedes Team wird aufgerufen und darf eine kurze Story zum Besten geben. Wir berichten von der Hochzeit, davon dass wir die Rally-Klamotten gegen Anzüge tauschen und in der Geschichte der aserbaidschanischen Botschaft, wir wohl das komplexeste Visum überhaupt beantragt haben (mit dem Auto rein, mit dem Flugzeug raus, mit dem Flugzeug rein, mit dem Auto raus). Die anderen Teams sind fasziniert. Wir lauschen gespannt deren Geschichten und erfahren, dass beispielweise von einem Team 1 Million US Dollar als Strafe verlangt wurde, einem Team die Reisepässe von der Polizei geklaut wurden oder ein Team, welches medizinische Artikel als Spende für Caritas dabei hatte (u.a. 250 Spritzen) verdächtigt wurde, damit die Separatisten in der Krim zu unterstützen. Es gibt echt interessante Geschichten! Bei vielen Dingen sind wir froh, dass wir diese nicht erlebt haben – bei manchen Dingen hören wir voller Staunen zu. 🙂

Anschließend berichtet die Caritas über die Projekte im Land und deren Engagement. Das ist echt beeindruckend, wie viel Herzblut die Mitarbeiter an den Tag legen. Hut ab an das Team rund um Parvina! Sie betreuen Heimkinder, Kinder die zu Hause mehr oder weniger versteckt werden, Senioren, bringen den Leuten handwerkliche Dinge bei, geben psychologische Betreuung, usw. kurz gesagt, sie packen dort an, wo sie gebraucht werden! Wir unterstützen die Caritas sehr, sehr gerne mit unseren Spenden und mit unserer Debbie!

Wir bekommen ein sehr leckeres Abendessen in Form eines Buffets direkt am Fluss serviert. Es werden lokale Spezialitäten aufgefahren und wir genießen das gute Essen und die tolle Atmosphäre. Eines der teilnehmenden Teams spendet Musikinstrumente und sind selbst Musiker. Auf deren Wunsch wurden weitere Bands aus Tadschikistan eingeladen, die nach und nach ihre Künste zum Besten geben. Wir bekommen sehr gute Musik auf die Ohren und das Niveau ist echt hoch. Gegen Ende spielen die deutschen Jungs selbst. Es sind zwei Jungs von einem Team und diese werden noch durch zwei weitere Rally Teilnehmer anderer Teams unterstützt. Die so zusammengestellte Rockband gibt ordentlich Gas und alle Anwesenden haben sichtlich Spaß, es ist eine sehr coole Veranstaltung!

Am nächsten Morgen müssen wir erst mal unser Auto sortieren. Jetzt stellt sich die spannende Frage, was nehmen wir noch mit und was verschenken wir, spenden wir bzw. lassen wir zurück. Unsere beiden Rucksäcke sind am Ende bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt und richtig schwer. Wir merken schon, es war ein „Luxus“ das Gepäck einfach Debbie anzuvertrauen und keine Rücksicht auf Packmaß oder Gewicht nehmen zu müssen. Wir räumen unser Zimmer und gehen anschließend mit zwei anderen Teams im nahegelegenen Ort noch Mittagessen. Der Einheimische freut sich überschwänglich und fährt Fisch, Schaschlik, Brot, Gemüse, Dip und Tee auf. Wir sitzen direkt am Fluss und genießen das leckere Essen. Das ist echt toll. Umgerechnet zahlen wir dann pro Person in etwa 2,50 Euro. Noch besser. 🙂

Wir fahren noch zu Caritas und geben dort die Sachen ab, die wir ihnen schenken wollen. Wir geben also unsere restlichen Kuscheltiere, unser Zelt, eine Matte, Campingausrüstung und noch mehr Zeug dort ab. Wir beziehen danach kurz unser Hotel, ehe wir zur Liqui Moly Werkstatt fahren. Wir fahren in den etwas verwinkelten Hinterhof ein, in dem morgen auch die Versteigerung aller Fahrzeuge stattfindet. Dort warten schon zahlreiche Menschen und begutachten die Autos. Also wir Debbie abstellen, scharen sich viele Leute um unser Auto, da Opel dort ein total beliebtes Auto ist. Viele wollen das Auto kaufen. Wir schrauben schweren Herzens die Nummernschilder ab und ein junger Mann will direkt noch ein Foto mit uns, da er das Auto morgen kaufen will. Wir müssen alle noch zum Chef von Liqui Moly, welcher ein total netter Typ ist. Er schreibt von jedem Auto die Mängel auf, was bereits repariert wurde und was noch zu machen ist. Bei manchen Teams kommt dabei schon einiges zusammen. Als wir an der Reihe sind, notiert er sich „super Auto“. Er ist sehr zuversichtlich und freut sich, dass wir die Debbie so gut hierher gebracht haben. Wir freuen uns auch. Debbie wird sicherlich hier ein Herz erobern und noch viele Jahre ein neues und spannendes Leben im schönen Tadschikistan führen! Etwas wehmütig ums Herz lassen wir Debbie auf diesem Parkplatz zurück. Mach‘s gut, liebe Debbie und vielen Dank für alles! Ohne dich wären wir gar nicht hier!

Abends gehen wir noch alle gemeinsam in den Irish Pub der Stadt und erleben einen tollen gemeinsamen Abend. Die Geschichten gehen nach so einer Rally natürlich nicht so schnell aus. Wir verabschieden uns am Ende noch von den verbliebenen anderen Teilnehmern und gehen in unser Hotel. Am frühen nächsten Morgen geht unsere Reise weiter. Wir steigen in den Flieger, Richtung … (wir wollen es ja etwas spannend lassen) 🙂

English part:

Unbelieveable, but true: We made it with our car to Dushanbe, Tajik. According to rumors we are the second team ever in the history of rally who beat the rally without any car problems. Thanks a lot to our lovely Debbie, the queen of all rally cars!

We arrived in our Eden Resort Hotel, 40 km away from Dushanbe and see the sign „finish line“. What a feeling. We were driving for 25 days, 9485 km and through 12 countries for this sign. Now, here we are. On one hand it is a really great feeling, on the other hand we can’t believe the rally is over now. We are talking to the other teams which already arrived and had to drink a beer first. At the evening we are having a great dinner together and share a lot of interesting stories. The next day we have to do the paperwork to give our car to Caritas. So we are at the notary and give him four signatures. Thats all. Debbie belongs officially to Caritas now. At this evening there is the big finish line party for all the teams. At total we are 40 people now. Every team has a lot of great stories and experiences in their suitcase. So we are listening fascinated. The story we share with all is the story about in wedding in Frankfurt. Every team can imagine what an effort this was and how huge the change of rally outfit to wedding suit was. 🙂

Later that evening we had a lot of live music and also some of our rally colleagues are playing in a band and performed very well that evening. Great job, guys!

The next day we were heading to Caritas and give them our things we want to donate like stuffed animals, camping equipment and so on. A lot of useful things they need. Now it was time to say goodbye to our lovely Debbie. We arrived at Liqui Moly and there will be the auction tomorrow with all the rally cars. The owner was very pleased about Debbie and her great condition. She already has a lot of fans here. I am quite sure she will have a good life here and will win the hearts of the people very fast here! Thank you, Debbie for everything. Without you, we wouldn’t be here.

At the evening we went to the Irish Pub together with the other teams and heard some great stories. The next day we had to get up early, go to airport and take the plane. We are heading to … (stay tuned) 🙂

 

2 Gedanken zu „Duschanbe (das Ziel) – Wir haben es gepackt! – We made it!

  1. Neda Antworten

    Yup , you made it . congratulation. As a person who follows his dream you deserve such a big success . Have fun & enjoy all moment of your life

    • Mathias Autor des BeitragesAntworten

      Thanks a lot, Neda. You did everything that we will never ever forget the people in Iran! Thanks for this hospitality!

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